Dienstag, 19. Jänner 2010

Rezension / Chrysalis, Roman


Affektive Zustimmung zur Zurichtung –
Chrysalis inszeniert Höllenfahrten in Paradiesen

von Ursula Reber
(Roman) – ich bevorzuge, die Gattungsbezeichnung in ihren Klammern, wie sie unterhalb des Titels erscheint, beizubehalten. Der Text, den die Autorin vorlegt und in 2 Bücher mit 7 bzw. 6 Abschnitten gliedert, entzieht sich einer poetologischen und generischen Bestimmung. Am ehesten könnte man von einer Inszenierung sprechen, von einer Übersetzung in Wortbilder und Wortbildfluten, die teilweise sehr lyrisch, auf jeden Fall dramatisch, streckenweise pathetisch, manches Mal auch kitschig, stellenweise angestrengt befremdend dahinfließt. Der (Roman) versucht, eine eigene und neue Form der Poetologie zu entwickeln, irgendwo zwischen Bühneninszenierung, Halluzination und Worttanz angesiedelt. Der Klappentext zum Buch spricht von einer "Poetik und Vision der Verwandlung". Metamorphose, Anamorphose und Verzerrung verweigern auf der Bild- und der begrifflichen Ebene in der Tat dem (Roman) seine Gestalt; was hier entsteht, ist eine schwindel- und manchmal Ekel erregende systolische Textbewegung von Öffnung und Schließung, Überschuss und Auslöschung, Weite und Begrenzung...
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Dr. Ursula Reber arbeitet als freie Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, als Redakteurin u. Sprachtrainerin. Sie ist die Leiterin der Kulturwissenschaftlichen Internetplattform "Kakanien revisited" für MOE/SOE-Wissenschaft. Forschungsschwerpunkte: Metamorphose, Literaturtheorie, Phantastik, Philosophie des Bildes und des Raums.

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